Als Selbstständige:r trägst du Sozialabgaben und Versicherungen selbst. Diese Zahlungen wirken in zwei Bereichen: Sie reduzieren dein verfügbares Netto – und sie können (teilweise) dein zu versteuerndes Einkommen senken. Dieser Guide erklärt die Logik und hilft dir, die Werte realistisch in den Rechner einzutragen.
Datenstand dieser Seite: 9. März 2026. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen gesetzlichen Regelungen.
1) Was zählt zu Sozialabgaben bei Selbstständigen?
Sozialabgaben sind private Zahlungen, die dein Netto reduzieren, zum Beispiel:
- Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
- Pflegeversicherung
- Rentenversicherung (freiwillig oder verpflichtend je nach Beruf)
- Berufsunfähigkeitsversicherung (je nach persönlicher Planung)
Wichtig: Diese Zahlungen sind in der Regel keine Betriebsausgaben, sondern private Vorsorge. Betriebsausgaben sind Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind.
Quelle (offiziell): EStG § 4 Abs. 4 (Definition Betriebsausgaben).
2) Netto‑Effekt vs. Steuer‑Effekt (der wichtigste Unterschied)
Viele verwechseln zwei Effekte:
- Netto‑Effekt: Geld, das direkt von deinem Konto abgeht.
- Steuer‑Effekt: Ausgaben, die das zu versteuernde Einkommen senken.
Im Rechner sind diese Bereiche getrennt:
- Sozialabgaben/Versicherungen (privat) → wirken auf dein Netto.
- Vorsorgeaufwand (absetzbar) → senkt dein zu versteuerndes Einkommen.
3) Vorsorgeaufwand: Was ist absetzbar?
Ein Teil deiner Vorsorgeaufwendungen kann steuerlich berücksichtigt werden. Typische Beispiele sind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie bestimmte Beiträge zur Altersvorsorge. Der absetzbare Anteil ist nicht immer 100 %, da gesetzliche Grenzen gelten.
Quelle (offiziell): EStG § 10 (Sonderausgaben/Vorsorgeaufwendungen).
4) So trägst du die Werte in den Rechner ein
- Addiere deine tatsächlichen jährlichen Zahlungen für Kranken-/Pflege-/Rentenversicherung → Sozialabgaben/Versicherungen (privat).
- Schätze, welcher Teil davon absetzbar ist → Vorsorgeaufwand (absetzbar).
Wenn du unsicher bist, starte konservativ und passe die Werte später an.
5) Häufige Fehler (bitte vermeiden)
- Doppelt zählen: denselben Betrag als Netto‑Abzug und als Betriebsausgabe erfassen.
- Alles als absetzbar annehmen: der steuerlich anerkannte Anteil kann niedriger sein.
- Beiträge vergessen: Pflegeversicherung oder freiwillige Rentenbeiträge nicht einplanen.
6) Beispiel (vereinfacht)
Fiktives Beispiel: Du zahlst jährlich 6.000 € für Kranken-/Pflegeversicherung und 2.000 € freiwillige Rentenbeiträge.
- Sozialabgaben (privat): 8.000 €
- Vorsorgeaufwand (absetzbar): z. B. 6.500 €
Der Rechner berücksichtigt damit 8.000 € als Netto‑Abzug und 6.500 € als Reduktion des zu versteuernden Einkommens.
Redaktionsrichtlinien: Transparenz zu Quellen, Review & Updates.
7) Kurzfazit
Sozialabgaben wirken direkt auf dein Netto, Vorsorgeaufwand wirkt auf die Steuerlast. Diese Trennung macht den Stundensatz realistischer. Für genaue steuerliche Behandlung gilt: individuelle Prüfung (z. B. Steuerberatung).